Troja
(Ilion) ist eine bedeutende Ausgrabungsstätte an der Nordwest-Küste
der heutigen Türkei. Der
deutsche Archäologe Heinrich
Schliemann (1822 - 1890) gilt als Entdecker des Platzes, an
dem der von Homer in der "Ilias"
besungene Trojanische Krieg stattgefunden haben soll.
Es sind
nur die letzten Wochen des trojanischen Krieges (er könnte
vor etwa 3000 Jahren stattgefunden haben), die von Homer bildhaft
besungen werden.
Im wesentlichen
ging es um einen Rachefeldzug der Griechen gegen die Trojaner,
weil Páris, ein Sohn des trojanischen Königs Príamos,
die Ehefrau des Griechenherrschers (die schöne Hélena)
entführt hatte - wohl nicht so ganz gegen ihren Willen.
Der Griechenkönig fand das wenig lustig und rüstete
zu einem Feldzug gegen Troja.
Nun war
so ein Krieg damals wohl mehr eine grosse Prügelei: Die
Helden (auf trojanischer Seite z.B. Paris und Hector, auf griechischer
bes. Achilles und Odysseus) traten Mann gegen Mann zum Kampfe
an. Die Stadt Troja war ein nach heutigen Begriffen nicht ernst
zu nehmendes Fleckchen auf der Landkarte; seine Siedlungsfläche
hat 20000 qm (das ist nicht viel mehr, als zwei Fussballfelder)
auch in den besten Zeiten nicht überschritten. Trotzdem
mussten die Griechen es 10 Jahre lang belagern, bevor sie die
Stadt endlich einnehmen konnten. Sie bedienten sich dazu einer
hässlichen List, die ihnen der pfiffige Odysseus vorgeschlagen
hatte: Sie taten so, als wollten sie entnervt und entmutigt
aufgeben und nach Griechenland zurückfahren.
Dabei liessen
sie ein riesiges hölzernes Pferd zurück, in dem sich
aber die tapfersten griechischen Kämpfer versteckt hatten.
Die Verteidiger Trojas brachten dieses hölzerne Pferd als
Siegestrophäe in die Stadt Troja - und mit dem Pferd die
darin versteckten Griechen! Diese konnten nachts die Stadttore
öffnen, so dass die griechische Armee (die sich nicht weit
von Troja versteckt hatte) die belagerte Stadt stürmen
konnte.
Wir können
nicht beurteilen, ob diese Erzählung der geschichtlichen
Wahrheit entspricht, denn es ist kaum vorstellbar, dass die
Trojaner so blöd waren, den Schwindel nicht zu bemerken.
Aber sehr hübsch ist die Geschichte ja doch ....

Heinrich
Schliemann jedenfalls glaubte an seinen Homer und fasste
- wie er selbst schrieb - schon als Achtjähriger den Entschluss,
die zerstörte Stadt zu finden. Er folgte dazu geradezu
sklavisch den Erzählungen Homers, rechnete und verglich,
machte Messungen und erste, nicht genehmigte Probegrabungen.
Und er wurde fündig!
Nicht uninteressant
dabei ist vielleicht, dass Schliemann bei seinen Ausgrabungen
in Troja auch Ostseebernstein
- sozusagen Schmuck aus seiner mecklenburgischen Heimat - gefunden
hat. Es beweist die umfangreichen Handelsbeziehungen aus dem
Ostseeraum bis nach Kleinasien!
Die Entdeckung
Trojas durch den Amateur-Archäologen Schliemann (er studierte
erst später als über Vierzigjähriger Archäologie
und musste Zeit seines Lebens um die wissenschaftliche Anerkennung
durch die Herren Professoren kämpfen) ist eine der bedeutendsten
archäologischen Leistungen überhaupt. Sie wurde beflügelt
durch den Kindheitstraum eines armen mecklenburgischen Pfarrersjungen
aus zerrütteten Familienverhältnissen. Und diese Geschichte
ist nun nicht nur sehr hübsch, sondern sogar wahr!
Auch heute
noch beschäftigen sich Tausende von Achtjährigen mit
"Trojanern": So werden kleine, fiese Computerprogramme
genannt, die sich in harmlos aussehenden Dateien verstecken
und dadurch von fremden Computern Besitz ergreifen können.
Aber welcher von ihnen kennt schon die Geschichte von Hektor
und Achilles ....