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Das "Darwineum" im Zoo Rostock -
Vision geht anders
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Das Darwineum ist eine neue, grosse Anlage innerhalb des Rostocker Zoos. Es ist eine multimediale Darstellung der Entwicklungsgeschichte der Menschheit in Verbindung mit der Unterbringung der Rostocker Gorillas und Orang-Utans: Eine grosse Halle von 4000 qm und Freigehege für die Menschenaffen, die aussen vorgelagert sind.

Die Halle selbst gliedert sich im wesentlichen auf in einen Teil Ausstellungsfläche mit grossen Schaukästen (Dioramen), Schautafeln, Aquarien und zahlreichen Einzelexponaten, einen grossen Tiergehege-Bereich, der vor allem den Gorillas und Orang-Utans zur Verfügung steht und eine üppig dimensionierte Gastronomie.

Halle für die Haltung von Gorillas und Orang-Utans im Darwineum im Zoo rostock

Das Darwineum im Zoo Rostock ist ganz sicherlich einen Besuch wert. Für einen wirklich grossen Wurf hält der Verfasser das Darwineum allerdings nicht. Es sollte bahnbrechend sein und die Vision einer artgerechten Unterbringung der Menschenaffen wahr werden lassen. (Auf der WebSite des Zoos heisst es dazu: "Nach zehn Jahren Ideenfindung und Planung sowie 15 Monaten Bauzeit wurde damit die Vision für eine neue artgerechte Unterbringung der Menschenaffen wahr.")

Da war entweder die Vision zu dürftig oder ihre Umsetzung - Vision geht anders! Die Chance, die der Bau des Darwineums geboten hat, nämlich ein im internationalen Massstab führendes Haus zu schaffen, ist nach Meinung des Verfassers weder im Bereich der Darstellung der Evolution gelungen, noch bei den Tiergehegen.

Das ist umso bedauerlicher, als die Idee, den Besucher auf eine Zeitreise durch die Evolutionsgeschichte mitzunehmen, nicht sonderlich originell oder gar neu ist. Im Zoo der niederländischen Stadt Emmen z.B. wurde schon 1985 ein "Biochron" eröffnet. Soll heissen: Es gibt schon seit langer Zeit diesbezügliche Erfahrungen.

Der Verfasser hat das Darwineum am Tag nach der Eröffnung besucht und dann noch einmal 100 Tage später. Die anfänglich vorhandene Kritik wurde beim zweiten Besuch leider bestätigt. Sehen wir uns die beiden Bereiche - Ausstellung und Tiergehege - deshalb einmal genauer an:

Die Ausstellung:
Angenehm ist die leichte Verdaulichkeit der angebotenen Kost, d.h. die Texte sind eher kurz und dem Auge wird viel geboten. Die Dioramen sind sehr hübsch gemacht und schön anzusehen. Die grossen Aquarien sind ganz nett, auch die Korallen sehen recht gesund aus. Wie sich das Korallenriff entwickelt, werden wir uns bei einem späteren Besuch erneut ansehen.

Ausstellung im Darwineum vom Zoo Rostock

Als weniger angenehm empfindet der Verfasser, dass die dargestellten Inhalte z.T. doch inhaltlich sehr flach sind und das liegt nicht nur an der Kürze der Texte. Die dargestellte Theorie vom Verschwinden der Dinosaurier mag plausibel sein, es ist jedoch nur eine der vielen diskutierten Möglichkeiten, wenn auch die derzeit am weitesten verbreitete. Tatsächlich aber gibt es bis heute eben keine Sicherheit und keinen Konsens zwischen den Wissenschaftlern, wie es zum Aussterben der Dinosaurier gekommen ist. Das müsste zumindest erwähnt werden.

Auch die didaktische Darstellung der Menschwerdung des Affen ist fragwürdig. Es sieht allzu leicht so aus, als sei es eine Abfolge. Nur bei genauerer Beschäftigung mit den Darstellungen kann man erkennen, dass es auch geografische Unterschiede gibt und dass die verschiedenen Vorgänger des modernen Menschen zeitweilig parallel zueinander existiert haben. Und ganz nebenbei: Der Stammbaum der Primaten ist eigentlich sehr schön dargestellt, nur leider fehlt . . . der Mensch.

Und es fehlt Darwin. Haben wir das übersehen? Warum heisst das Haus Darwineum, wenn man sich nicht auch mit der Person Darwins beschäftigt? Haben die Planer geglaubt, dass das für die Besucher zu langweilig sei? Weit gefehlt - das Personalmuseum über den Archäologen Heinrich Schliemann oder die Ausstellung über den Künstler Ernst Barlach in Güstrow beweisen das Gegenteil.

Die Tiergehege:
Rein von der Grösse her ist sicherlich kaum mehr möglich und von daher gesehen wollen wir das auch nicht beanstanden. Aber die Einrichtung der Gehege ist nicht artgerecht.

Natürlich ist es kaum möglich, in den Affengehegen lebende Bäume zu erhalten und natürlich ist es auch (vom Schauwert der Tiere her gesehen) problematisch, die Gehege zu dicht zu bepflanzen, denn dann würden sich die Tiere vielleicht zurückziehen und die Besucher würden sie kaum zu sehen bekommen.

Gorillas im Darwineum im Zoo Rostock

Aber diese kahle Menschenaffenhalle machte noch nicht mal unmittelbar nach der Eröffnung einen artgerechten Eindruck und jetzt - gut 3 Monate später - ist es einfach katastrophal. Selbst das Gras ist mittlerweile restlos verschwunden - die Fotos entstanden unmittelbar nach der Einweihung.
Wer allerdings etwas anderes erwartet hatte, sollte sich sein Lehrgeld zurückgeben lassen.

Weder Orangs noch Gorillas würden sich in einem derartigen Lebensraum länger aufhalten, als sie für die Flucht brauchten, wenn ein derartiger Biotop in der freien Natur vorkäme.

Vor allem aber fehlt dazu eine Erklärung: Der Besucher müsste unbedingt darauf hingewiesen werden, dass der gezeigte Biotop in keiner Weise dem natürlichen Lebensraum der grossen Affen entspricht, weil er/ sie sonst ein völlig falsches Bild vom Leben der Menschenaffen bekommt.

Das weisst hin auf das nächste Manko: Ganz wesentlich vermisst haben wir eine Auseinandersetzung mit der Bedrohung der Menschenaffen durch Umweltzerstörung, aber auch durch Jagd und den international organisierten Tierhandel. Insbesondere für Orang-Utans ist es 5 vor 12 und die Haltung von Menschenaffen in Zoologischen Gärten steht - nicht ganz zu Unrecht - massiv in der Kritik der Tier- und Artenschützer.

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Auch im Darwineum scheint dem Verfasser der Schauaspekt zur Publikumsbelustigung im Vordergrund zu stehen. Das Darwineum leistet leider keinen erkennbaren Beitrag dazu, das Bild der Zoos als "Tierverbraucher" zu korrigieren.

Das ist schade, denn tatsächlich haben Zoos durchaus eine wichtige Funktion: Zoologische Gärten können Millionen Menschen aufklären über die Bedrohungssituation der wildlebenden Tiere. Das wird in Rostock fast gar nicht geleistet.

Zoos sind auch wichtig wegen der Unmittelbarkeit der Begegnung mit unseren Brüdern mit Krallen. Wo sonst haben wir die Möglichkeit der unmittelbaren Begegnung mit Tieren aus anderen Gebieten der Erde? Safaris können sich die meisten Menschen wohl kaum leisten, vor allem aber sind sie ökologisch mehr als fragwürdig.

Die direkte Begegnung aber ist von unschätzbarem Wert, wenn wir Menschen für den Natur- und Artenschutz gewinnen wollen. Man schützt nur, was man liebt, man liebt nur, was man kennt.

Fazit:
Sicherlich gibt es eine ganze Reihe von positiven Aspekten beim Darwineum und gegenüber der üblichen Menschenaffenhaltung ist es ein grosser Schritt nach vorne. Aber artgerecht ist es trotzdem nicht.

Unter dem Aspekt der Zuschaustellung von Menschenaffen und als touristische Attraktion für die Stadt Rostock und ganz Mecklenburg-Vorpommern ist das neue Darwineum sicherlich ein wichtiger Meilenstein. Zootechnisch gesehen aber lässt diese Menschaffenanlage eine Menge Wünsche offen.

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Sicherlich kann man es nicht übersehen, dass es die Menschenaffen in Rostock zigfach besser haben, als in den meisten Zoologischen Gärten. Aber das genügt im Jahr 2013 nicht mehr, in einer Situation, in der man weltweit ernsthaft über die gesetzliche Verankerung von Grundrechten für Menschenaffen (und evtl. andere Tiere) diskutiert.

Es kann nicht darum gehen, eine unerträgliche Situation (wie sie bis September 2012 in Bezug auf die Menschenaffenhaltung in Rostock geherrscht hat) erträglich zu machen, sondern es geht darum, Menschenaffenpflege gut und nach Möglichkeit vorbildlich zu gestalten. So ein 30-Millionen Bauprojekt wird ja schliesslich nicht alle Tage realisiert und deshalb kann - nein, muss man erwarten, dass hier wirklich vorbildliche, zukunftsgerichtete Tierhaltung hätte demonstriert werden müssen.

Es wäre wünschenswert, wenn man versuchen würde, wenigstens über den einen oder anderen Kritikpunkt mal nachzudenken - es liesse sich manches noch mit überschaubarem Aufwand korrigieren. Vielleicht sollte man die Kosten dafür den Planern von ihren vermutlich grosszügigen Honoraren abziehen . . .

Weitere Informationen über die Stadt Rostock und Ausflugstipps in und um Rostock erhalten Sie auf unserer Seite www.stadt-rostock.de
Weitere Tiergehege erreichen Sie hier
,
über viele Wildtierarten informieren wir Sie unter Wildtiere.biz

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